#Kulturtwittwoch – Interview mit Anke von Heyl

Steffen Peschel: Hallo Anke von Heyl,
so wie ich das über den Twitter Hashtag #kulturtwittwoch mitlesen kann, bist du verantwortlich für den Kulturtwittwoch in Köln. Kannst mir kurz erklären, was ich mir unter dem Kulturtwittwoch vorstellen kann?

Anke von Heyl: Der Kulturtwittwoch ist ein Treffen von twitternden Kulturmenschen. Die meisten haben beruflich mit Kultur zu tun – es sind aber auch diejenigen herzlich willkommen, die sich einfach nur besonders für Kultur interessieren. Dadurch entsteht eine äußerst spannende Mischung an Leuten, die ich sehr schätze.

Steffen Peschel: Mit welchen Erwartungen kommen die Kulturtwittwoch-Gäste? Sind das eher bestimmte Erwartungen, die sich direkt auf ein Projekt beziehen oder ist das doch eher das reine Interesse am Austausch und die Neugierde?

Anke von Heyl: Es ist schon so, dass viele aus Neugierde kommen. Und die meisten sind dann ganz überrascht, dass es keine feste Agenda gibt, keine Vorträge oder so. Man plaudert. Und genießt vielleicht ein Weinchen. Und dabei entdeckt man dann ganz beiläufig, dass der Nebenmann ein irre spannendes Projekt hat. Es entstehen dann Gespräche, in denen auch schon mal Tipps für Ausstellungsbesuche gegeben werden. Es ist auch schon vorgekommen, dass man ganz gezielt z.B. über die Vermarktung eines Produktes (in diesem Falle eine App) diskutieren konnte. Oft entstehen aus den Treffen beim Kulturtwittwoch auch gemeinsame Projekte, die man dann angeht. Ute Vogel und Wibke Ladwig habe ich schließlich auch über den Kulturtwittwoch kennengelernt!! Jetzt organisieren wir gemeinsam das stART Camp in Köln, das sozusagen aus dem Kulturtwittwoch erwachsen ist. Es zeigt sich hier in besonderer Weise, wie gewinnbringend man sich offline mit seinen Onlinekontakten vernetzen kann!

Steffen Peschel: Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, damit sich in Dresden auch einen Kulturtwittwoch etablieren kann?

Anke von Heyl: Es muss sich jemand finden, der sich bereit erklärt, jeden Monat einen Termin festzulegen und dann in einem Lokal zu reservieren. Alles Weitere wird sich dann zeigen. Sicher gibt es genügend kulturinteressierte Menschen aus der Twittergemeinde in und um Dresden, die Lust zu auf ein entspanntes Kennenlernen offline haben. Und da Kulturmenschen ja immer auch sehr kreativ sind, entstehen da auf jeden Fall spannende Begegnungen. Als besonders geeignete Location für das Treffen hat sich für uns das Restaurant im Museum Ludwig erwiesen. So angehängt an eine Kulturinstitution passt das für den Kulturtwittwoch sehr gut.

Steffen Peschel: Kann ein Kulturtwittwoch auch ein Instrument sein, mit dem Kultureinrichtungen Kontakt zur lokalen “Web 2.0 Szene” bekommen können und gibt es dafür vielleicht sogar Beispiele in anderen Städten?

Anke von Heyl: Ob ähnliche Treffen auch in anderen Städten stattfinden, weiß ich nicht. Aber für unseren Kulturtwittwoch kann ich sagen, das sich bislang dort nur die freie Szene getroffen hat. Da hat er sich aber auch schon als gewinnbringend für manchen erwiesen, der sich als Neuling in der Web 2.0 Szene begreift. Ich würde mir wünschen, dass auch mal jemand von den großen Kulturinstitutionen vorbeikommen würde. Es bestehen ja doch auch immer noch ziemliche Berührungsängste von Seiten der Kulturschaffenden – so erlebe ich das zumindest. Das war ja eigentlich auch die Ausgangsidee für das stART Camp in Köln. Dass wir dachten, man müsste noch mehr Kulturschaffende hier ansprechen.

Steffen Peschel: Wenn aber ein Theater oder ein Museum sich so einer Sache annimmt, ist das aber sicher keiner Fehler oder gibt es auch Dinge, die dagegen sprechen?

Anke von Heyl: Nein, das wäre sogar eine tolle Idee, wenn z.B. ein Museum zu einem Kulturtwittwoch einladen würde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man da mit den personellen Ressourcen so ein regelmäßiges offen gehaltenes Treffen hinkriegen würde.

Steffen Peschel: Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Anke von Heyl ist Kunsthistorikerin und arbeitet vorwiegend als Museumspädagogin, Dozentin und Kulturmanagerin für die Kölner Museen und auch kleinere kulturelle Einrichtungen. http://www.kultureventbuero.de

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  1. Kulturtwittwoch – wie alles begann |

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